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Jahrbuch aktualisiert am:
14. 02. 2017

 

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„Christus ist auferstanden!“ Diese Worte sind der Gruß der Ostkirche am Ostermorgen und in der ganzen Osterzeit. Wer mit diesen Worten begrüßt wird, antwortet: „Er ist wahrhaft auferstanden!“
Was sagt uns Ostern? Was bedeutet Auferstehung? Wir fragen uns, wie das sein kann? Schließlich ist noch keiner von „Drüben“ zurückgekommen. Was also feiern wir? Wilhelm Willms hat dieses Fest einmal Aufstand zum Leben genannt. Das beschreibt gut, was wir Ostern feiern: Jesus ist gekommen, um uns Anleitung zu einem erfüllten Leben zu bringen. Dieses Leben soll und wird nicht irgendwie zu seinem Ende kommen. Es wird fortbestehen – aber wie? Dazu ein Bild: Ein Mensch bat den Mandelbaum, erzähle mir von Gott. Da fing er an zu blühen. Ein Mensch bat einen anderen: Erzähle mir von Gott. Da fing er an zu singen. Die Mandelblüte und der Gesang sagen uns: An der Blüte kann der Mandelbaum erkannt werden; ein Sänger kann durch sein Singen von Gott erzählen. Gott kann nur erkannt werden durch das Leben. Das alles ist Auferstehung.
Auferstehung ist Leben. Leben ist stärker als der Tod, stärker als jede Trennung, stärker als jede Not, stärker als jedes Unglück, stärker als jede Traurigkeit, stärker als jede Einsamkeit. Leben ist Auferstehung.
Wünschen wir uns, dass wir nicht auf die Auferstehung warten, sondern aufstehen zum Leben. Wünschen wir uns, dass wir nicht auf die großen Wunder warten, sondern im Alltäglichen das Wunderbare entdecken. Wünschen wir uns, dass wir deswegen große Ansprüche an das Leben stellen, weil wir die Kleinigkeiten genießen können. Wünschen wir uns, dass wir nicht am Gestern oder am Morgen hängen, sondern jeden Augenblick als ein Geschenk annehmen.
Wünschen wir uns, dass wir uns immer noch einen Wunsch aufbewahren.

Ihr Gerd Rüsing, Diözesanpräses                                                      (Foto: RuhrWort)